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VR-Headset zu Weihnachten – Welches sollte es sein?!

2019 hat sich eine Menge im VR-Umfeld bewegt.
Einige neue Headsets sind erschienen und andere wurden für kommendes Jahr angekündigt. Gibt es das optimale Headset?
Diese Frage lässt sich eindeutig beantworten: NEIN!

Aber es gibt einige Produkte, die herausstechen und ganz bestimmte Vorteile aber auch Nachteile bieten. Am Ende müssen diese individuell gewichtet werden.
An dieser Stelle möchte ich euch jedoch Empfehlungen aussprechen und Hinweise geben, um genau das richtige Produkt zu finden. Dabei schöpfe ich aus meinen persönlichen Erfahrungen.

Passt euer Augenabstand zum Headset?

Ein ganz wichtiger Punkt ist eben auch ein sehr individueller. Wenn der eigene Augenabstand nicht zur VR passt, dann ist das ärgerlich und kaum lösbar. Messen kann den Augenabstand jeder selber vor dem heimischen Spiegel. Nachfolgend habe ich ein PDF verlinkt, welches das Prozedere gut beschreibt: LINK
Darüber hinaus kann man den Augenabstand (IPD) natürlich auch bei einem Optiker messen lassen.

Nachfolgend der IPD-Range von den VR-Headsets, die ich in meinem Beitrag vorstellen werde (unverbindliche Angaben):
Valve Index: Verstellbare Linsen von 58 mm bis 70 mm – Ideal nutzbar für 56 bis 72 mm
Samsung Odyssey +: Verstellbare Linsen von 58 mm bis 72 mm – Ideal nutzbar für 56 bis 74 mm
Oculus Quest*: Verstellbare Linsen von 58 mm bis 72 mm – Ideal nutzbar für 56 bis 74 mm
Oculus Rift S*: Fest verbaute Linsen bei 63,5 mm – Ideal nutzbar für 61,5 bis 65,5 mm

Im Allgemeinen gilt, dass man etwa 2 mm auf den Linsenabstand rechnen kann, um noch ein optimales visuelles Erlebnis haben zu können. Je weiter man von diesem Idealwert entfernt liegt, desto höher ist die Gefahr ein nicht optimales Bild zu bekommen.
Die Rift S bietet lediglich eine softwarebasierte Anpassungsmöglichkeit, die schnell an ihre Grenzen kommt. Eindeutige Aussagen zum idealen Augenabstand gibt es leider nicht.

Wie sind meine Begebenheiten Daheim?

Dann muss man sich die Frage stellen, welchen Aufwand man treiben möchte um mit der VR Spiele und Anwendungen zu erleben. Könnt ihr es euch erlauben einen festen Spielbereich (Roomscalingbereich) Zuhause einzurichten und sogenannte Lighthouseboxen (Trackingboxen) fest zu installieren oder aufzustellen?
Wollt ihr lieber die VR bei Bedarf an den Rechner anschließen und damit leichte Zugeständnisse in Sachen der Trackingqualität (Erfassung des Headsets und der Controller im Raum) machen?
Oder wollte ihr lieber völlig autonom euer Headset nutzen ohne dieses überhaupt an einen PC anschließen zu müssen?

Nachfolgend ein kurzer Überblick der bereits oben aufgeführten Headsets:

Valve Index:
Benötigt zwei Lighthouseboxen (beste Trackingqualität), welche jeweils Strom benötigen. Dabei können die Boxen fest installiert sein oder auf Stativen bzw. Möbeln platziert werden. Eine feste Installation ist zwar nicht notwendig aber anzuraten.

Samsung Odyssey +:
Es sind keine zusätzlichen Trackingboxen notwendig. Der Roomscalingbereich wird von zwei Kameras erfasst, die im Headset eingebaut sind. Solange ein schnelles Notebook oder ein PC zur Verfügung steht, kann das Headset überall genutzt werden. Das Tracking der Samsung ist dabei ausreichend gut zum Spielen, aber insgesamt die schlechteste Lösung meiner Empfehlungsliste.

Oculus Quest*:
Auch hier sind keine Boxen notwendig. Die Quest kann per Oculus Link mit dem Notebook oder PC verbunden werden, sodass daraus ein vollwertiges Gaming-Headset wird. Ebenfalls kann man über zusätzliche Software per WLAN, also kabellos, Inhalte vom PC aus spielen. – Darüber hinaus lassen sich auf der Quest auch direkt Spiele (in geringerer Qualität) installieren und man kann ohne PC, also autonom, damit zocken. Das Tracking der Quest ist nicht auf dem Niveau der Index, aber die verbauten vier Kameras machen einen tollen Job.

Oculus Rift S*:
Die Rift S erfasst den Roomscalingbereich ebenfalls über insgesamt fünf verbaute Kameras. Die Trackingqualität ist dabei auf dem Niveau der Quest. Dieses Headset benötigt, genau wie die Samsung- und die Valve-Brille, zwingend einen PC oder ein schnelles Notebook und wird ebenso über ein Kabel angeschlossen.

Wie hoch ist euer Budget?

Nachfolgend führe ich euch die Preise für das jeweilige Komplettset auf. Dabei habe ich nochmal für jede VR eine Summe definiert, die ihr meines Erachtens zusätzlich investieren solltet (aus Komfortgründen oder als notwendiges Zusatzmaterial).

Valve Index: 1079,– Euro
Der Preis gilt inkl. Trackingboxen und den zur Zeit hochwertigsten Controllern (mit Fingertracking). Ebenfalls enthalten ist ein Spiel von Valve, welches im März 2020 erscheinen soll: Half Life: Alyx
Nicht notwendig aber empfehlenswert ist die Anschaffung des Face Gasket Paketes (42,99 Euro). Hier bekommt ihr zwei weitere Gesichtspolster.

Samsung Odyssey +: 470,– Euro (oft im Sale für ca. 350,– Euro zu haben)
Der Preis beinhaltet hier natürlich auch die Brille und zwei Controller. Es ist bei dem Headset auf jeden Fall anzuraten sich ein zusätzliches Cover von VRCover zu besorgen, da das Original sehr unbequem ist.
Dieses Headset könnt ihr nicht in Europa bestellen. Darum der Link auf den US-Amazonshop. Auf den regulären Kaufpreis kommen also nochmal etwa 35 Euro an Zusatzkosten. Für die austauschbaren Batterien solltet ihr AA-Akkus und ein Ladegerät einplanen (falls nicht vorhanden).

Oculus Quest*: 449,– Euro (64 Gbyte Version)
Für den Preis bekommt ihr das Headset und zwei Controller (auch hier batteriebetrieben). Bei der Quest empfehle ich auf jeden Fall folgendes Zusatzmaterial:
– ein bequemeres Cover von VRCover: LINK (ca. 35 Euro)
– USB C auf USB 3.0 Kabel (für Kabelgaming und dem übertragen von Daten vom PC): LINK* (6,99 Euro)
– USB 3.0 Kabelverlängerung 5m (für Kabelgaming): LINK (13,99 Euro)
– kabelgebundenes Headset (sehr schwache verbaute Lautsprecher): Beispiel-LINK (29,92 Euro)
Weiteres empfehlenswertes Zusatzmaterial findet ihr hier: Die Oculus Quest aufrüsten!

Oculus Rift S*: 445,– Euro
Der Preis beihaltet auch hier wieder das Headset und zwei Controller (batteriebetrieben). Auch die Rift S hat extrem schlechte Laufsprecher. Hier solltet ihr, falls nicht vorhanden, unbedingt ein Kopfhörer dazu kaufen: Beispiel-LINK (29,92 Euro)

Highlights & Besonderheiten zu den Headsets

Nachfolgend noch ein kleiner Überblick zu den vier Headsets in Stichpunkten. Genaue technische Eckdaten könnt ihr folgendem Artikel entnehmen: Übersicht der verfügbaren PC-Headsets

Valve Index:
– mit ca. 130° diagonal das größte Field of View meiner Empfehlungsliste
– LCD Panel (kein idealer Schwarzwert) mit der besten Auflösung
– bestes Tracking durch Lighthouseboxen
– Controller mit Fingertracking
– extrem gutes Soundsystem
– sehr bequemes Headset

Samsung Odyssey +:
– zweitgrößtes FoV mit etwas über 110° diagonal
– OLED Panel (toller Schwarzwert) mit besonderer Beschichtung, welche die Pixel fast unsichtbar machen
– gute verbaute Lautsprecher

Oculus Quest*:
– FoV von ca. 110°
– extrem flexibles Headset (Kabelgaming, WLAN-Gaming und autonome Nutzung des Headsets)
– OLED Panel (toller Schwarzwert) mit guter Auflösung
– trotz fehlenden Lighthouseboxen sehr gutes Tracking

Oculus Rift S*:
– FoV von ca. 110°
– LCD Panel (kein idealer Schwarzwert) mit sehr guter Auflösung
– trotz fehlenden Lighthouseboxen sehr gutes Tracking

Persönliche Empfehlung!

Meiner Meinung nach bietet die Valve Index das mit Abstand beste Gesamtpaket.
Der Preis erscheint auf den ersten Blick sehr hoch, ihr bekommt aber die modernsten Controller, das mit Abstand beste Soundsystem, die beste Trackinglösung (auch hinter eurem Körper können die Controller erfasst werden) und das größte FoV. Das geht mit hervorragender Gesamtqualität einher. Wenn ihr also den notwendigen Platz habt, dann rate ich zur Zeit eindeutig zur Valve Index!
Außerdem begeistert mich besonders die Oculus Quest.
Das wireless Gaming funktioniert, obwohl nicht direkt von Oculus unterstützt, sehr gut (guter WLAN-Access Point mit 5GHz in unmittelbarer Umgebung vorausgesetzt!!!).
Auch die noch in der Beta-Phase befindliche Oculus Link Lösung (Kabelgaming) ist toll. Besonders wenn man Spiele aus dem Oculus Store spielt, merkt man kaum einen Unterschied zu anderen Headsets, die nur über Kabel funktionieren.
Darüber hinaus könnt ihr einige Spiele direkt auf der Quest installieren und (der Akku hält etwa 2 Stunden) fast überall spielen.

Beide Headsets ergänzen sich, wie ich finde, perfekt.
Wenn Geld keine Rolle spielt, so kauft euch also gleich beide!

Abschließend noch ein Video zu dem Thema (vor allem gehe ich da auf die Quest ein):

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