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Oculus Link vs. Virtual Desktop & ALVR

In diesem Artikel möchte ich euch meine Erfahrungen, die ich mit dem Oculus Link und mit den Wireless-Lösungen für die Quest sammeln konnte, mitteilen.
Grundlegend finde ich es sehr wichtig die Quest für ein möglichst optimales Spielerlebnis aufzurüsten.
Dazu hatte ich bereits berichtet: LINK

In Kürze die wichtigsten Erweiterungen:
VRCover* – Kunstleder-Cover! Erhöht den Tragekomfort extrem (alternativ auch bei vrcover.com direkt bestellbar)
AMVR Touch Controller* – Handhalterung (ähnlich der Index Controller) und verlängert die Griffe.
Charmast 26800mAh Powerbank*- Erhöht die Laufzeit der Quest extrem (ca. 7-8 Stunden).
Batterieladegerät mit USB Schnittstelle* – Ein All-In-One Ladegerät für die Akkus und die VR (bzw. Powerbank).
Ni-MH AA-Akkus* – Mit 2500mAh ein sinnvoller Akkusatz für die Quest Controller.
USB Typ C Kabel (3er Set)* – Zum Sideloaden, Aufladen und dem Kabelgaming geeignet.
5 Meter USB 3.0 Verlängerungskabel* – Für das Kabelgaming (Oculus Link) in Verbindung mit dem oben genannten Artikel.

Einen kleinen Vergleich der momentan existierenden Wireless-Lösungen für die Quest finden ihr HIER.
Kommen wir damit zu meinen Eindrücken, die ich in den zurückliegenden Wochen sammeln konnte.

Der Oculus Link:

Oculus Link ist zur Zeit in der Beta-Phase. In der stätigen Entwicklung befinden sich natürlich auch Virtual Desktop und ALVR. Leider ohne offizielle Unterstützung von Oculus.
Der Link macht aus der Quest quasi eine Rift S mit OLED Panel und IPD Regler. Da man das Kabel von Oculus noch nicht käuflich erwerben kann (soll um die 80 Euro kosten), muss man sich mit den z.B. oben erwähnten Lösungen (USB C auf USB 3.0 & 5 Meter USB Verlängerung) behelfen. – Achtung, es funktionieren nicht alle Kabel, die es eigentlich von den technischen Daten her tun sollten. Die verlinkten Artikel sind getestet und laufen bei mir einwandfrei!
Wenn ihr den Oculus Link nutzt, so müsst ihr euch übrigens keine Gedanken über die Laufzeit der Quest machen. Das Headset wird nebenher geladen.

Mit Spielen, die direkt im Oculus-Store erworben wurden, habe ich von der Performance her gute Erfahrungen gemacht. Ein z.B. Stormland und ein Asgard’s Wrath laufen auf dem Oculus Link flüssig und grafisch weitestgehend prima. Der SDE ist bei einer Rift S oder der Index nicht so auffällig, wobei die Quest hier trotzdem eine gute Figur abgibt.

Versuche ich mit dem Oculus Link auf mein sehr umfangreiches Steam-Spieleportfolio zuzugreifen, so tun sich leider Schwächen auf, die mir den Spaß am Kabelgaming vermiesen. Funktionieren tut das ganze zwar, aber das Spielgefühl wird durch leichte Aussetzter in der Bildübertragung getrübt. Auch ist zu beobachten, dass die Farbschattierungen mit dem Link teils grob wirken, als sei es nicht möglich die komplette Farbpalette durch das Kabel zu zwängen. – Diese Schwächen treten in erster Linie auf, wenn ich über SteamVR spiele.

Fazit zum Oculus Link:
Habt ihr viele VR-Spiele auf Steam, so ist das Kabelgaming mit der Quest stand heute eher ungeeignet.
Anders schaut es aus, wenn ihr Spiele direkt bei Oculus erworben habt. Hier ist die Performance und die Qualität gut und gegenüber anderen Kabel-Headsets fast ebenbürtig.

Quest Wireless-Gaming

Die Wireless-Möglichkeiten der Quest faszinieren mich am meisten. Endlich wird man dieses Kabel an dem Headset los! Das ist bei vielen Roomscaling-Games eine wahre Freude!
Ist es aber auch gut genug um damit vernünftig zocken zu können?

Virtual Desktop und ALVR bauen zwischen der Quest und eurem Desktop-PC eine WLAN-Verbindung auf. Dies muss zwingend eine 5GHz Verbindung sein. Die Hardware muss zudem optimal laufen (ich nutze eine AVM FRITZ! Box 7590*) und im gleichen Raum platziert sein.
Nur so lassen sich gute Ergebnisse produzieren.

Sind diese Voraussetzungen gegen, so läuft die Wireless-Verbindung erstaunlich stabil und qualitativ gut. Das Ergebnis von Spielen und VR-Erfahrungen aus dem Steam-Portfolio ist wesentlich besser als mit der Link-Lösung! Boneworks, Hellsplit, Vox Machinae und viele andere Games laufen flüssig und ohne optischen Einbußen.
Gelegentlich kann es zu Schwankungen der Bandbreite und der Qualität der WLAN-Verbindung kommen. Dies macht sich durch eine leicht ruckelige Bildwiedergabe bemerkbar. Das sind aber (bei mir) eher seltene Momente und dauern in der Regel nur 1-3 Sekunden an. Wenn man Pech hat, dann kann dies natürlich zu einem wichtigen Moment im Spiel geschehen. Das ist immer ein latentes Risiko.

Ein völlig anderes Bild zeigt sich mir leider, wenn ich über Revive versuche Games aus dem Oculus-Store zu spielen. Eine direkte Möglichkeit ein z.B. Stormland zu starten gibt es aufgrund der fehlenden Unterstützung seitens Oculus nicht. Über Revive ist die Performance aber von spürbaren Aussetzern geprägt, sodass man hier auf den Oculus Link zurückgreifen muss.

Fazit zum Quest Wireless-Gaming:
Die Programme aus der Steam-Bibliothek lassen sich mit Virtual Desktop und ALVR sehr gut spielen. Die Performance ist erheblich besser als über den Link.
Genau umgekehrt und nicht empfehlenswert ist es leider mit den Spielen aus dem Oculus Store, auf die man nur über Revive Zugriff hat. Das funktioniert beispielsweise mit der Index, aber leider sehr ungenügend über Virtual Desktop oder ALVR.

Hätte ich lediglich die Quest als VR-Headset, so würde ich die Spiele aus dem Oculus-Store nur mit dem Oculus-Link anrühren. Die Games aus dem Steam-Store wiederum nur mit der Wireless-Lösung.
Da ich als Kabel-Headset jedoch die Index besitze, nutze ich den Oculus Link höchstens als mobile Gaminglösung über mein Notebook. Daheim spiele ich ansonsten mit meiner Index.
Als Ergänzung zum Valve-Headsets ist es mir aber immer wieder eine Freude ohne Kabel die Quest zu nutzen! – Diese beiden Headsets ergänzen sich meiner Meinung nach bestens!

4 thoughts on “Oculus Link vs. Virtual Desktop & ALVR

  1. Habe mir nun Virtual Desktop gekauft und bin begeistert mit Version 1.8.0 selbst ein Project Cars ist spielbar (Würde aber trotzdem das Link Kabel bei schnellen Spielen bevorzugen)! Man kann die Schärfe der Quest durch ADB Befehl das SuperSampling erhöhen und dann VD starten, es sieht einfach Klasse aus bei einer Latenz von um die 13 bis 45ms. Der 5Ghz Router steht hinter einer Wand und einer Tür! Einfach Klassse, Gruß

    1. Ein kleines ToDo dazu wäre klasse 😉
      Wenn du Zeit und Lust hast, dann schreibe doch etwas genauer wie du über den ADB Befehl das Supersampling regulierst.

      1. Mach ich dir gerne, gibt mir etwas zeit und ich sende dir einen kleine anleitung. Wenn du sidquest hast und die Brille damit verbunden, gibt es rechts oben in der leiste einen Werkzeug schlüssel, da kann man auch Texturen etc. verbessern. Jedoch hat das bei mir bisher nur einmal geklappt.

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