Spieletest

Testbericht – Vox Machinae

Viel zu wenig deutsche Testberichte zwingen mich quasi auch hier tätig zu werden! – Beginnen möchte ich mit einem der besten VR-Games, entwickelt von einem kleinen kanadischen Studio namens Space Bullet Dynamics Corporation aus Vancouver.

Der Titel wurde als Early Access im September 2018 veröffentlicht. Im Early Access befindet sich Vox zwar noch immer, doch ist es diesem Spiel schon lange nicht mehr anzumerken. Deshalb schreibe ich hier auch ruhigen Gewissens meinen Testbericht, den ich gerne updaten werde, sollten erwähnenswerte Features veröffentlicht werden.

Vorab einige grundlegende Dinge zur Spielmechanik und dem Design. – In Vox steuert man einen Kampfroboter bzw. Mech um in PvP-orientierten Matches mit zwei oder mehreren Gruppen gegeneinander anzutreten. – Entweder betritt man ein bereits bestehendes Match oder man hostet selber eine Session und definiert die Anzahl der Gruppen, die Spieleranzahl der einzelnen Teams, die Zeit und die Map sowie die PvP-Herausforderung. Momentan gibt es drei Missionstypen. Das klassische Deathmatch, bei dem es darum geht möglichst viel gegnerischen Schrott zu produzieren. Daneben gibt es ein Capture the Flag. Hier muss man mehrere auf der Karte befindliche Stationen erobern und halten. Der dritte Missionstyp hat zum Ziel ein Fahrzeug vor der Zerstörung durch die Gegner zu beschützen.

Nach der abgelaufenen Zeit wird das Team mit den meisten Abschüssen bzw. Punkten zum Sieger gekürt. Darüber hinaus gib es noch eine Information, welche Piloten in drei ausgewählten Kategorien die besten waren. Basiert auf dieser „Best of“ Platzierungen, sammelt man als Pilot Punkte um besondere Skins für den Avatar bzw. das Konterfei freizuschalten.

Startet ein Match und es sind nicht alle Plätze durch echte Piloten besetzt worden, werden diese durch NPC aufgefüllt. Während der Spielesession können diese computergesteuerten Mechs durch echte Spieler ersetzt werden.

Es stehen den Piloten teils sehr unterschiedliche und frei konfigurierbare Roboter zur Verfügung. Das Grunddesign der Mechs hat immer gewissen Stärken und Schwächen. Es gibt die langsame, sehr gut gepanzerte Kriegsmaschine, die nur relativ kurze Distanzen mit den Sprungdüsen überbrücken kann, bis hin zu dem leicht gepanzerten Flugspezialisten, der sich sehr lange in der Luft halten kann. Zudem gibt es verschiedene Waffensysteme, die auf die Distanz unterschiedlich effektiv sind. Vom Sniper bis zur Damage-Dealer-Waffe ist alles vertreten. Die verschiedenen Waffengattungen haben wiederum unterschiedlich hohe Wärmeentwicklungen. Wird der Mech im Gefecht zu heiß, gibt es einen Zwangs-Shutdown! Bis die Hitze wieder unter eine fest definierte Schwelle gefallen ist, bleibt die Kampfmaschine bewegungsunfähig und gibt für die Gegner ein einfaches Ziel ab. Die Hitzeentwicklung muss der Pilot also immer sehr gut im Auge behalten. Es gibt sehr unterschiedliche Maps auf mannigfaltigen Planeten, die sich von den Außentemperaturen her stark unterschieden. Nicht jedes Fitting ist für jede Map gut geeignet. Befindet sich der Mech trotz aller Vorsicht im Shutdown, hilft nur das Prinzip Hoffnung oder die Teammitglieder, die eingreifen können, um einen bewegungsunfähigen Mitspieler zu schützen oder den Gegner abzulenken. – Teamplay ist in Vox der halbe Sieg!

Das Spiel stellt übrigens eine sehr witzig gemachte Möglichkeit zur Verfügung sich im Team abzusprechen. Im Cockpit hängt im linken Bereich ein schnurgebundenes Funkgerät. Dieses kann man greifen und ist dann einsatzbereit. Die Teammitglieder sehen auf einen kleinen Monitor in Ihrem Cockpit das Konterfei des Team-Mitglieds und hören natürlich, was gesprochen wird.

Die Cockpitansicht mit den verschiedenen Steuerungselementen.

Sowieso ist das Cockpitdesign und die Steuerung in Vox grandios gelöst. Alle Bedienelemente benutzt der Pilot mit seinen virtuellen Händen. Er kann Anzeigemonitore an gelenkgelagerten Armen zurecht schieben, benutzt das Funkgerät, die Hupe (!!!) und den Steuerknüppel (links / rechts) zur Rechten und kann auf der linken Seite die Geschwindigkeit definieren und die Sprungdüsen benutzen. Die Blickrichtung des Piloten bestimmt die Ausrichtung der Waffen. Man visiert den Gegner also an, indem man ihn anschaut. Gleichzeitig kann sich der Mech in eine ganz andere Richtung bewegen oder befindet sich mit den Sprungdüsen gerade in der Luft.

Die Beherrschung der Sprung- bzw. Flugmöglichkeiten ist ein wichtiges Element im Kampf, da es den Piloten in die Lage versetzt schnell und flexibel zu reagieren. Nutzt man die Düsen, so wird zum einen Hitze generiert und zum anderen verringert sich eine Anzeige für die zur Verfügung stehenden Kraftstoffreserven. Diese Reserven werden über die Zeit hinweg langsam wieder aufgebaut, jedoch nötigt dies den Piloten dazu die Sprungdüsen nicht in jeder Situation einsetzten zu können bzw. weise mit dieser Ressource umzugehen.

Dem gegnerischen Mech lassen sich übrigens gezielt Waffen bzw. Gliedmaßen abschießen. Man kann einen Gegner also die Roboterbeine amputieren und dieser kann sich nur noch mit seinen Sprungdüsen bewegen. – In manch einer Situation macht es Sinn einfach aufzugeben. Dazu zieht man zwischen seinen Beinen an dem Auslöser für den Schleudersitz. Danach findet man sich in der Mech-Lobby wieder und muss dort seine Straf-Sekunden absitzen. In dieser Zeit hat man Gelegenheit bei Bedarf den Mech zu wechseln und startet schließlich wieder in einem frisch polierten Kampfroboter.

Die Grafik des Spiels findet sich im oberen Bereich wieder. Vom Cockpit bis hin zu den Umgebungsdetails ist das Spiel klasse designt. Die gute Optik geht mit ressourcenschonender Programmierung einher. Kein Vergleich zu manch einem anderen Negativbeispiel im Plattgaming oder VR-Umfeld. Der Soundkulisse ist zudem sehr gut gelungen. Hervorzuheben ist außerdem, dass das Spiel alle Headsets unterstützt und auch das Fingertracking der Index nutzt. Obendrein kann Vox auch ohne VR gespielt werden.

Kommen wir damit zur Wertung (10 Punktesystem):

  • Grafik: 7 Punkte
  • Sound: 8 Punkte
  • Steuerung: 9 Punkte
  • Spaßfaktor: 10 Punkte
  • Spieltiefe bzw. Taktik: 9 Punkte
  • Preis/Leistung: 9 Punkte

Damit haben wir hier einen Titel, den ich uneingeschränkt empfehlen kann. Zudem benötigt man lediglich einen Stuhl als Pilotensitz (wahlweise kann man auch im Stehen spielen) und die Controller zum bedienen der Elemente im Cockpit. Es ist kein fest definierter Roomscaling-Bereich notwendig und Vox kann auch auf sehr begrenztem Raum gespielt werden.

Vox Machinae auf Steam (für Preise und weitere Infos/Videos)

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