Spieletest

Testbericht – Half-Life: Alyx

Nach gute 8 Stunden in dieser VR-Perle möchte ich euch ein paar Eindrücke und meine Meinung zu Alyx mitteilen.
Alle meine Let’s Play Sessions könnt ihr übrigen in der Half-Life Playlist meines Youtube-Channels studieren.
Ich habe in meinem Bericht immer mal wieder entsprechende Stellen aus meinen Videos verlinkt.

Unbestritten ist das Game eines der teuersten im VR-Umfeld, wobei jeder Besitzer einer Index oder der Index-Controller eine kostenlose Version erhalten hat.
Für alle anderen VR-User schlägt dieses Spiel mit fast 50 Euro zu buche. Lasst es mich aber schon an dieser Stelle sagen: “Alyx ist dabei jeden Cent wert!”

Der Start!

Nachdem ihr euch in den Settings für gewisse Eckdaten entschieden habt (Fortbewegungsmöglichkeiten etc.) startet ihr mit diesen das Spiel.
Ich habe mich hier übrigens für die Bewegung über den Thumbstick entschieden und gegen das Teleportieren.
Ihr findet euch Anfangs auf dem Balkon eines Wohnhauses wieder und habt von dort aus einen prima Überblick über die Stadt und könnt ebenso einen ersten Blick auf ein Cobine-Headquarter werfen.

Der Balkon

Die Aussicht, der Detailgrad und die Spielereien, die Valve hier eingebaut hat, sind beeindruckend.
Im Raum hinter dem Balkon liegen Filzstifte auf der Fensterbank. Diese könnt ihr nehmen und damit auf der Scheibe malen bzw. schreiben. Auf dem Balkon selber nehmt ihr euch herumstehenden Dinge und könnt nach einer auf dem Dach sitzenden Taube werfen. – Soviel Liebe zum Detail habe ich in noch keinem anderen VR-Game beobachten können.
Gleichwohl sieht das Spiel optisch faszinierend gut aus. Man könnte fast denken, dass man es hier grafisch mit einem guten Plattspiel zu tun hätte. Valve hat es bestens verstanden superflüssig und mit extrem hohen Details zu arbeiten.
Ich habe in keiner Sekunde im Spiel irgendwelche Performanceprobleme feststellen können (spiele mit einer 2080, 32 Gbyte RAM und einem Ryzen 7 3800X).
Unter fpsVR wird mir die Supersamplingrate mit über 190% angezeigt.

Es fühlt sich klasse an!

Im Vorfeld wurde kritisiert, dass man im Spiel nur die Hände sieht und nicht den kompletten Arm. Die Sorge war bei manchen Spielern groß, dass dies die Immersion einschränkt. – Persönlich kann ich hier nur sagen, dass mich dies keinen Moment gestört hat. Das Spiel zieht einen so extrem ins Geschehen hinein, dass dies unrelevant ist.
Die Haptik und das Design der Handschuhe ist genial umgesetzt.
Man bekommt am Anfang des Spiels eine Erweiterung für seine Handschuhe überreicht, welche es dem Spieler ermöglicht weiter entfernte Dinge zu sich herzuziehen. Das macht letztendlich auch das Spielen im Sitzen gut möglich.

Leider fehlt (bisher) der Kuhfuß, um sich zur Wehr zu setzten. Die Schusswaffen sind aber hervorragend umgesetzt und heranspringende Headcraps lassen sich mit den Händen beiseite stoßen..

Angesprungen!

Überhaupt lässt sich mit fast allem interagieren. Ob große Tonnen (die man mit beiden Händen umhertragen bzw. werfen kann), kleine Schachteln, Flaschen (die sich natürlich zerschlagen lassen), Blechdosen (die man zerquetscht, wenn man sie fängt) oder irgendwelche Schalter oder Schleimbeutel, die man berühren bzw. bewegen kann.
Schalter lassen sich teils mit dem ausgestreckten Finger betätigen (das ist natürlich auch mit den z.B. Oculus-Controllern möglich!).
Neben den bloßen Händen und den Waffen steht einem noch ein Multifunktionswerkzeug zur Verfügung, welches man für diverse Geschicklichkeitseinlagen bzw. dem entsperren von elektronischen Geräten benötigt. Auch lassen sich damit Stromkreise schalten um vielerlei Gerätschaften aktivieren zu können.
Im Laufe des Spiels findet man auch eine kleine Taschenlampe, die sich in der Dunkelheit selber aktiviert. Die dann folgenden stockdusteren Bereiche, die man mit dieser Taschenlampe erforscht, sind übrigens sehr beklemmend und dürften für zart besaitete Gamer eine kleine Herausforderung darstellen.

Die Taschenlampe!

Mit offenem Auge durch die Level!

Die einzelnen Level werden nach und nach geladen. Dabei bewegt man sich immer in einem verhältnismäßig großen Spielbereich. Kommt ein neuer Abschnitt, ist es oftmals so, dass man einen kleinen Abgrund herunterspringt oder durch eine hinter sich zufallende Tür schreitet, sodass man nicht mehr in das vorangegangene Level zurück gelangen kann.

Dann wird kurz geladen, man erhält dabei nochmal einen Überblick über die Gesamtkarte und startet dann in dem neuen Bereich.

In den einzelnen Leveln sollte man sich gut umschauen. Immer mal wieder stößt man hinter einem Karton oder in einer Schublade auf Munition oder Healing-Spritzen.
Neben den Spritzen, die man in kleinen Handschuhtaschen lagern kann (wahlweise passt da auch eine Handgranate herein), heilt man sich mit den bekannten Heilungsstationen!

Die Heilung!

Ansonsten sind die Level extrem vielseitig und mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet. Es gibt überall Kleinigkeiten zu entdecken. Sowohl die unterirdischen Passagen als auch die überirdischen Level sind sehr abwechslungsreich gemacht.
Ich hatte bisher noch nicht einmal das Gefühl, bereits bekannte Gänge zu durchstreifen oder in einem “Bauskastensystem” zu wandeln.
Auch hier beweist Valve, dass sie uneingeschränkt verstanden haben, wie Gaming bzw. VR-Gaming funktionieren muss.

Mit offenen Ohren durchs Level!

Auch der Sound im Spiel sucht seinesgleichen und steht der optischen Präsentation ins Nichts nach.
Durch schleimige Gänge zu streifen, es gluckst und knarrt um einen herum, man lauschen quietschenden und trippelnden Geräuschen oder irgendwas grunzt in einem Nachbarraum… die Soundkulisse ist einfach genial umgesetzt und veranlasst einen immer wieder sich vorsichtshalber mal umzuschauen, ob einen nicht hinterrücks irgendetwas anspringt.

Auch die Unterhaltungen sind super vertont. Es steht dem Spieler zwar nur die englische Sprachausgabe zur Verfügung, aber es lässt sich auf Wunsch ein deutscher Untertitel einblenden.
Die Unterhaltungen selber laufen sehr immersiv ab. Bewegt man sich im Raum, so wendet der Gesprächspartner den Blick während der Unterhaltung immer zu einem hin.
Auch das hat Vale prima umgesetzt.

Die Geschichte!

Die Story entwickelt sich im Laufe des Spiels und kommt ohne irgendwelche Zwischensequenzen aus.
Alyx kommuniziert öfter mit ihrem Kompagnon über Funk. Teils finden hier sehr spaßige Unterhaltungen. Die Story wird dadurch und durch das Erlebte vorangetrieben.

Gibt es Negatives zu berichten?

Den einzigen Kritikpunkt, den ich persönlich aufführen kann, bezieht sich auf die Fortbewegung.
Man kann, hat man sich für die Steuerung über den Thumbstick entschieden, nicht sprinten. Man bewegt sich also immer im Schritttempo voran.
Bei dem Teleportieren hat man zumindest die Möglichkeit etwas größere Strecken mit einen Teleportersprung zu überwinden. Ich würde mir also noch wünschen, dass man durch z.B. das Drücken des Thumsticks in den Spintmodus wechseln kann.

Die Wertung!

Kommen wir damit zur Wertung (10 Punktesystem):

  • Grafik: 10 Punkte
  • Sound: 10 Punkte
  • Steuerung: 9 Punkte
  • Spaßfaktor: 10 Punkte
  • Spieltiefe bzw. Taktik: 10 Punkte
  • Preis/Leistung: 10 Punkte

Damit hätte Alyx bei mir also fast die 100% erreicht.
Zur Zeit ertappe ich mich in der Tat dabei, dass ich nur Gelegentlich mal meine anderen beiden VR-Lieblinge (Hellsplit & Vox Machinae) anfasse und zur Zeit nichts anderes mehr an Neuerscheinungen ausprobieren.

Der Ausblick!

Der Tyriel Wood hatte bereits ein kleines Video zu dem ersten Mod für Half-Life: Alyx hochgeladen. Ich vermute, dass das Spiel die Basis vieler offizieller und inoffizieller Erweiterungen und Mods werden wird.

Auf die weitere Entwicklung freue ich mich daher sehr und bin gespannt was uns alles erwartet.

Half-Life: Alyx auf Steam (für Preise und weitere Infos/Videos)

4 thoughts on “Testbericht – Half-Life: Alyx

  1. The last winner 😉
    Zum einen sind die Einnahmen geringer ausgefallen, zum anderen haben wir eigentlich wenig interessante Spiele, die für eine Verlosung sinnvoll sind.
    Alyx aber auch z.B. The Walking Dead: Saints & Sinners sind halt schon knackig kostenintensiv für so eine kleine Verlosung. Mal schauen wie es in ein paar Wochen ausschaut und ob ich dann doch lieber wieder auf Hellsplit oder Vox ausweiche.
    Die beiden Games halte ich im 20er Preissegment immer noch für die Crème de la Crème der VR-Games!

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