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Quest 2 – Ein Erfahrungsbericht

Ich möchte in diesem Beitrag mal etwas ausführlicher auf die Quest 2 eingehen.
Das Vorgängermodell hatte ich bereits ausgiebig bespielt. Dies in erster Linie für das Wireless-Gaming bzw. Streaming vom PC zur Quest.

Die direkte Nutzung der Quest, also das installieren und spielen auf der Quest direkt, hat mich nie wirklich begeistert.


Die Komponenten:

Die Quest 2 kann man zur Zeit nur im Ausland erwerben.
Hier kommt z.B. Amazon.co.uk in Frage.
In Frankreich ist die Quest 2 demnächst wieder lieferbar. Ich rate hier zur Vorbestellung ;-)

Bestellt ihr in UK bräuchtet ihr noch ein Netzteil wegen den unterschiedlichen Stromsteckern oder z.B. ein Kabel USB auf USB C (falls ihr ein Netzteil habe mit USB Anschluß). Das originale Ladekabel selber hat auf beiden Seiten einen USB C Stecker. Außerdem ist sie dort eine wenig teurer (wegen dem Brexit!!!).

Es stehen grundsätzlich zwei Varianten zur Verfügung. Eine 64 GByte Variante für 349,– Euro und eine 256 GByte Version für 449,– Euro.

Für mich reicht die 64 Gbyte Variante vollkommen aus.
Im Normalfall sind Spiele, die man direkt auf der Quest installiert um die 1 bis 2 Gbyte groß. Ausnahmen wie “The Walking Dead” bringen es auf ca. 8 Gbyte.
Aber das sind wiederum Titel, die ich doch lieber vom PC aus spiele!

Die verbaute Lautsprecherlösung der Quest 2 ist genauso schlecht, wie die Lösung des Vorgängers. Ihr solltet daher lieber einen eigenen Kopfhörer anschließen oder das HTC Deluxe Audio Strap (DAS genannt) nutzen. Selbiges könnt ihr für gut 120 Euro direkt auf den HTC Seiten bestellen.

Für das sehr zu empfehlende DAS (extrem bequem und guter Sound) benötigt ihr einen Adapter. Besitzt ihr einen 3D Drucker, könnt er diesen natürlich selber produzieren. Darüber hinaus gibt es für paar Euro Lösungen auf z.B. ebaykleinanziegen.de. Diesen Adapter habe ich mir dort bestellt.

Das Cover der Quest 2 ist um Längen bequemer als das des Vorgängers. Trotzdem habe ich von VRCover eine entsprechende Lösung geordert.
Für etwas über 30 Euro bekommt ihr hier eine noch angenehmer zu tragendes Cover: LINK

Anschließend (Foto noch ohne VRCover) schaut das dann so aus:

Gepimpte Quest 2

Von dem Vorgängerheadset hatte ich noch das originale Oculus Link Kabel gehabt.

Dafür ruft Oculus aber einen recht hohen Preis auf und andere Hersteller können das auch!
Ich empfehle hier zu einem günstigeren Kabel zu greifen.


Nativer Einsatz:

Diesen Part halte ich mal recht kurz!
Die Quest 2 hat bessere Hardware verbaut, sodass die direkt installierten Spiele teils besser ausschauen als auf dem Vorgänger. Trotzdem ist dieser Einsatzzweck für mich persönlich eher unwichtig.
Für eine kleine Partie Space Pirates Trainer oder Beat Saber durchaus ok, aber eben nichts für längere oder anspruchsvolle Spieleabende!


Oculus Link:

Diese Einsatzmöglichkeit halte ich, je nach Spiel, für wesentlich interessanter. Das Oculus Link Kabel (Original oder Fremdhersteller) macht aus der Quest 2 eine vollwertige Kabel-VR. Das Kabel selber ist mit 5 Metern ausreichend lang.
Schließt man die Quest mit dem Kabel an den PC an, wird kurz nachgefragt ob man den Link aktivieren möchte und kann die Quest dann anschließend wie z.B. eine Rift S nutzen. Ihr habt damit also auf den Oculus Home Bereich vollen Zugriff und euch stehen alle vollwertigen Spieletitel zur Verfügung.
Natürlich könnt ihr auch auf eurer Steam-Portfolio zugreifen und SteamVR genauso bequem nutzen, wie es mit der Rift S oder mit der alten Rift möglich ist.

Mit dem Kabel steht euch die komplette VR-Welt zur Verfügung und ihr könnt sehr bequem Elite Dangerous oder andere Sitz- bzw. Cockpitspiele zocken.
Für Titel wie Half Live Alyx und alle andere Roomscalingspiele ist diese Lösung natürlich auch nutzbar.
Ich favorisiere hier aber nachfolgend beschriebene Lösung!


Virtual Desktop – Wireless Gaming:

Für mich persönlich ist das Wireless-Gaming (streamen von PC-VR Inhalten) jedoch der mit Abstand wichtigste Punkt.
In Stichpunkten führe ich kurz das auf, was ihr dazu benötigt oder erledigen müsst:

– Entwicklerkonto bei Oculus anlegen
– Über die Handyapp den Entwicklermodus freischalten
– Virtual Desktop für die Quest kaufen
– Sidequest downloaden und installieren (PC)
– Quest per Kabel an den PC anschließen und Zugriff bestätigen
– Über Sidequest Virtual Desktop patchen (danach kann das Kabel wieder entfernt werden)
– den Windows Client von den Virtual Desktop Seiten downloaden und installieren
– PC-Client starten (und euren Oculus Namen eingeben)
– Virtual Desktop auf der Quest starten

Nachfolgend dazu noch ein altes Quest 1 Video dazu.
Die Hintergrundgeräusche müsst ihr hier ignorieren oder ertragen ;-)

Habt ihr eine 5GHz WLAN Netz in unmittelbarer Umgebung installiert (Quest muss damit natürlich verbunden sein), connectet sich Virtual Desktop nun mit eurem Gaming-PC und ihr habe aus der euch zur Verfügung stehenden Eingabemaske direkt die Möglichkeit eure PC-VR Titel zu starten.
Virtual Desktop hat hier eine extrem gute Lösung am Start. Ich habe in meinen Gaming-Sessions KEINE Latenzen mehr feststellen können. Das Zocken mit dieser Wireless-Lösung ist eine Wonne.

Bildqualität, Sound, Tracking etc.:

Durch das DAS hat die Quest den Komfort einer z.B. Valve Index und kommt damit auch sehr nahe an die Soundqualität dieses Headsets heran. Einen eigenen Kopfhörer könnt ihr aber alternativ auch direkt mit dem Headset verbinden. Die originale Audiolösung ist, wie bereits erwähnt, mies!

Das Bild der Quest 2 ist sehr gut!
Der Screendoor-Effekt (die Sichtbarkeit des Fliegengitters) ist ähnlich unauffällig wie bei der Valve Index und das Bild ist schön scharf.
Die Farben wirken satt und die bei der Index etwas auffälligen Godrays konnte ich in der Quest 2 nicht entdecken.
Von den Schwarzwerten her hat die Quest 2 gegenüber ihren Vorgänger natürlich das Nachsehen. Das LCD Panel kann das einfach nicht so gut wie ein OLED.
Trotzdem sind die Schwarzwerte völlig in Ordnung und vergleichbar mit denen der Index. Titel wie Elite lassen sich damit klasse spielen. Aber auch ein Half Life Alyx ist damit genauso gut spielbar wie mit der Index selber.

Gegenüber der Index muss man mit der Quest jedoch in Sachen FoV einen Rückschritt hinnehmen. Den FoV habe ich noch nicht gemessen! Dieser ist auf jeden Fall größer als der der HP Reverb G2.
Trotzdem tritt dieses Manko für mich in den Hintergrund, da bei Roomscaling-Spielen wie Alyx oder Hellsplit das fehlende Kabel ein extrem angenehmen Effekt hat. Wireless Gaming wirkt dadurch gleich viel immersiver, da man sich nicht mehr in das Kabel hineinwickeln kann etc.

Wer Sorge hat, dass die Quest nicht lange genug durchhält, hier noch ein Hinweis. Beim Kabelgaming lädt das Headset gleichzeitig auf, sodass die Quest sich hierbei nicht oder sehr langsam entlädt!
Beim nativen oder wireless Gaming hat man die Möglichkeit eine Powerbank an den USB C Port der Brille anzuschließen, sodass man auch hier die etwa 2 Stunden Akkulaufzeit der Quest entsprechend ausdehnen kann!
Ich nutze folgende Powerbank: Charmast 26800mAh Powerbank
Die Powerbank stecke ich mir dann einfach bei Bedarf in meine Gesäßtasche.

Das Tracking der Quest ist gewohnt hochwertig.
Natürlich hat das InsideOut Tracking kleine Schwächen aber die Qualität reicht sehr nahe an das Lighthousetracking heran und ist spürbar besser als das der HP Reverb G2!
Dafür hat man den charmanten Vorteil, die Quest überall sehr einfach einsetzten zu können.


Fazit:

Ihr bekommt die oben erwähnte Kombination für ca. 550,– Euro (wenn ihr alle aufgeführten Komponenten kauft!). Damit ist diese Zusammenstellung immer noch günstiger als z.B. eine HP Reverb G2!

Gleichzeitig bekommt ihr damit einen Drilling:

1. Natives Gaming auf der Quest selber.
2. Kabelgaming und Zugriff auf vollwertige Oculus und SteamVR Titel.
3. Über 5GHz WLAN eine sehr stabile Lösung um Games ohne Kabel spielen zu können.

Das macht die Quest 2 in Verbindung mit ihrer guten Bildqualität zu einem extrem guten Headset.
Der größte Nachteil und auch der Grund warum ich mich nicht gleich für den Kauf dieses Headsets entschieden hatte, ist der Facebook-Zwang. Ihr braucht also zwingend einen Facebook-Account mit dem ihr euch anmelden müsst.
Das ist übrigens mit ein Grund, warum die Quest 2 nicht in Deutschland verkauft wird… Datenschutz!!!

Was Facebook mit euren Daten macht kann ich natürlich nicht beurteilen. Aber man sollte sich auf jeden Fall reiflich überlegen, ob man dem Konzern damit seine Daten umfangreich zur Verfügung stellen möchten.

Davon abgesehen bekommt die Quest 2 aber von meiner Seite aus eine klare Kaufempfehlung!
Alleine des Wireless-Gamings in Verbindung mit Virtual Desktop wegen!

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